Gefährdungsbeurteilung (GBU), Aufsicht, Rettung, Nachweise Arbeitsschutz für Höhenarbeit in einem System.
Die Gefährdungsbeurteilung (GBU) entsteht in HEROS je Projekt aus einem Katalog für seilunterstützte Höhenarbeit. Freigeben darf nur eine befugte, fachkundige Person.
Gefährdungsbeurteilung (GBU)
Aus dem Einsatz, nicht aus der Schublade.
Die GBU öffnen Sie direkt am Projekt oder aus der Einsatzplanung. Das Deckblatt ist schon ausgefüllt: Projekt, Adresse, Zeitraum, Auftraggeber, Aufsicht und Höhenarbeiter kommen aus Vorgang und Planung.
Katalog mit vier Säulen
A Basis (immer dabei), B Ort mit 14 Szenarien, C Tätigkeit mit 12, D Rettung mit 8 – dazu 30 klassische Zeilen aus der Praxisvorlage.
Regeln, die mitdenken
Aus der Szenario-Auswahl baut HEROS die Gefährdungen zusammen und ergänzt Pflicht-Rettungen – etwa bei Wasser, Offshore oder Kessel.
Risiko vor und nach den Maßnahmen
Wahrscheinlichkeit a–e und Schwere I–V, daraus Score 1–7 mit Code wie „6c“ – Matrix in Anlehnung an Nohl/Thiemecke.
Wer und wie
Je Maßnahme, wer zuständig ist – alle, Einsatzleitung, Kunde – und wie eingewiesen wird.
Substitutionsprüfung nach TRBS 2121-3
Geprüfte Alternativen zum Seil auswählen und begründen – auf Wunsch mit Begründungsvorschlag.
Rettungskonzept
Eigener Bereich für die Rettung; die Deckblattzeile „Rettungsplan“ entsteht aus den gewählten Konzepten. Ohne Rettungskonzept keine Freigabe.
Restrisiko über 4?
Dann wird „Zusätzliche Maßnahmen vor Ort“ zur Pflicht.
Bilder vom Einsatzort
Hochladen, aus den Vorgangsdokumenten ziehen, sortieren, beschriften und markieren.
Aus einem anderen Projekt
Zeilen aus der Bibliothek übernehmen, von Hand ergänzen, per Drag & Drop sortieren oder die GBU eines ähnlichen Vorgangs als Start nehmen.
KI mit Leitplanken
Die KI liefert Entwürfe. Keine Erfindungen.
Ein Knopf, zwei Schritte: Erst „Entwurf erstellen“ aus der Einsatzbeschreibung Ihrer Fachkraft, dann „Prüfen & ergänzen“. Befunde erscheinen als Hinweis an der Zeile – übernommen wird nur, was die Fachkraft übernimmt.
- ✓Ein Rechtszitat erscheint nur, wenn es wörtlich im hinterlegten Normen-Korpus steht – die Fundstelle kommt aus dem Korpus, nicht aus der KI
- ✓Jede Zeile merkt sich ihre Quelle: Vorlage, KI oder manuell – mit KI-Hinweis und Prüfdatum
- ✓Der Normen-Korpus ist versioniert
- ✓Der Ausdruck trägt einen KI-Hinweis
Freigabe und Nachweis
Verbindlich erst mit Freigabe. Danach unveränderlich.
Freigeben darf nur, wer das Recht „Gefährdungsermittlungen freigeben“ hat – geschützt gegen Selbstvergabe. Vor der Freigabe bestätigt die Person ihre Fachkunde.
Bei der Freigabe legt HEROS automatisch ein PDF/A am Vorgang ab – gesiegelt mit SHA-256, schreib- und löschgeschützt für zehn Jahre, mit Audit-Eintrag. Änderungen gehen nur über „Neue Version“.
Vor der Freigabe prüft HEROS
- ✓mindestens eine Gefährdungszeile
- ✓Zugang und Hinweise ausgefüllt
- ✓vollständige Substitutionsprüfung
- ✓Wer und Einweisung in jeder Zeile
- ✓Einstufung und Restrisiko in jeder Zeile
- ✓mindestens ein Rettungskonzept
- ✓Zusatzmaßnahmen bei Restrisiko über 4
Ersteller, letzter Bearbeiter und Freigeber werden mit Zeitpunkt gespeichert. Ein Status-Dreieck in Dashboard und Vorgangslisten zeigt: keine GBU, Entwurf oder freigegeben.
Der Ausdruck im Querformat enthält Status, Version, Ersteller, Deckblatt, Substitutionsprüfung, Gefährdungen, Rettung, Zusatzmaßnahmen, Matrix-Legende und Bilder. Die GBU ist als Lizenzmodul „GBU“ erhältlich. Nächster Schritt in Vorbereitung: die Unterweisung im Team auf Basis der freigegebenen GBU.
Aufsicht, Qualifikation, Arbeitszeit
Wer führt Aufsicht, wer darf was, wer ist zu lange draußen?
Einsatzleitung je Schicht
In der Einsatzplanung markiert, im Kalender, Dashboard und Personenmodul als „(A)“ sichtbar, an die App mit Kennzeichen übergeben und als Aufsicht ins GBU-Deckblatt übernommen.
Tätigkeitsnachweis
Mit Aufsichtführendem und dem FISAT-Level jeder Person – gedruckt direkt aus der Einsatzplanung.
Zertifikate mit Ampel
Gültig bis, Restwochen und Ampel je Zertifikat; FISAT-Ausweis online geprüft, GWO/WINDA täglich abgeglichen. Mehr dazu
Ersatzruhetag nach Sonntagsarbeit
Warnung nach § 11 Abs. 3 ArbZG schon beim Einplanen – auch gegen gestempelte Zeiten.
Höchstarbeitszeit und Pausen
Hinweis bei mehr als 10 Stunden nach § 3 ArbZG, Liste der Pausen-Verstöße nach § 4. Zum Zeitkonto
PSAgA-Prüfung
Zustand je Stück, Prüfprotokoll mit Prüfername und Unterschrift, Prüfhistorie je Set. Zu Lager & PSA
Hintergrund
Rechtliche Rahmenbedingungen im Sicherheits- und Höhenmanagement
Werden Arbeiten in Höhen oder Tiefen durchgeführt, tritt ein Geflecht aus Gesetzen und Verordnungen in Kraft, deren lückenlose Einhaltung für Unternehmen und Aufsichtsführende existentiell ist.
1 · Die gesetzliche Basis
Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet den Arbeitgeber, die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu ermitteln und den Stand der Technik zu berücksichtigen. Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) konkretisiert das für den sicheren Einsatz von Arbeitsmitteln wie Seilen und Gurten. Die TRBS 2121 Teil 3 definiert die Anforderungen für seilunterstützte Zugangs- und Positionierungsverfahren (SZP): Seile sind nur zulässig, wenn sicherere Arbeitsmittel wie Gerüste technisch nicht machbar oder nicht verhältnismäßig sind.
2 · Dokumentation als Compliance-Anker
Im Falle eines Unfalls ist die Dokumentation das wichtigste Entlastungsmittel: die Gefährdungsbeurteilung als schriftliche, tätigkeitsbezogene Analyse der Risiken vor Ort, das Rettungskonzept nach DGUV Regel 112-199, damit verunfallte Personen innerhalb von Minuten gerettet werden können, und die Unterweisungsnachweise über die mindestens jährliche Schulung in Theorie und Rettungspraxis.
3 · Prüfung der PSAgA
Jedes Ausrüstungsteil unterliegt der Prüfpflicht nach DGUV Regel 112-198: Mindestens alle 12 Monate prüft eine sachkundige Person jedes Element und dokumentiert das Ergebnis. Wie Sachkundige ausgebildet werden, regelt der DGUV Grundsatz 312-906.
4 · Qualifikation und Aufsicht
Nach den Richtlinien der Fachverbände (z. B. FISAT oder IRATA) muss bei jedem Einsatz ein Aufsichtführender (Level 3) vor Ort sein. Er trägt die unmittelbare Verantwortung für die Umsetzung des Sicherheitskonzepts und die Einhaltung der Rettungskette.
Hinweis: Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindliche Auslegung und betriebsspezifische Umsetzung obliegen Arbeitgeber, Fachkräften und gegebenenfalls externen Beratern.
FAQ
Häufige Fragen zu Sicherheit und GBU
Warum keine Word-Vorlage oder ein KI-Chat für die Gefährdungsbeurteilung (GBU)?
Die Word-Vorlage wird vom letzten Projekt kopiert, passt halb und ist nach drei Änderungen nicht mehr nachvollziehbar – wer wann freigegeben hat, steht nirgends. Ein KI-Chat schreibt flüssig und erfindet im Zweifel den Paragraphen dazu; eine erfundene Fundstelle in der GBU ist schlimmer als keine. Insel-Software kennt weder den Einsatz noch die Aufsicht noch das Team, jede GBU fängt bei null an. In HEROS schlägt die KI vor, der Katalog prüft, das Zitat muss wörtlich belegt sein – und die Fachkraft entscheidet.
Wer darf eine Gefährdungsbeurteilung in HEROS freigeben?
Nur eine befugte, fachkundige Person. Die freigegebene Fassung ist unveränderlich und liegt gesiegelt am Vorgang.
HEROS ab 149 Euro im Monat.
Die Gefährdungsbeurteilung kommt als Lizenzmodul dazu – alle Preise und Pakete auf der Preisseite.